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Mestlin - Ortsteil Ruest

Das kleine Dorf Ruest, mit nur 19 Einwohnern (ohne das "Wiesenhaus*")
hatte am 29. und 30. Juni 2002 rund 1000 Gäste zu Besuch.
Ruest feierte 650 Jahre der ersten urkundlichen Erwähnung.
(zu den Festfotos)

 
Eine besondere Attraktion in Ruest: Der Dorfteich mit seinen Enten und Gänsen


15 Jahre Stenzels Landfleischerei
im September 2010

Mit einem betrieblichen Erntefestumzug feierte Stenzel's Landfleischerei den 15. Firmengeburtstag.

Ruest Mit einem betrieblichen Erntefest wurde das 15-jährige Bestehen von Stenzel’s Landfleischerei in Ruest gefeiert. Elf Fahrzeuge, vom Kremser bis zu maschinenbetriebenen Fahrzeugen, nahmen an einem Umzug vom Ruester Krug über Ruest, Kadow, Dinnies, Klein Pritz und zurück teil. In Dinnies war für alle Teilnehmer eine Kaffeetafel vorbereitet und am Abend wurde rustikal unter dem Schleppdach mit Diskomusik bis in die Nacht gefeiert.

Stenzel’s Landfleischerei wurde am 1. April 1995 gegründet und seither durch Ines Stenzel geführt. Im Angebot sind vor allem Produkte aus eigener Produktion, die im Hofladen sowie auf den Märkten u.a. in Sternberg und Schwerin angeboten werden. Dazu kommt noch der Plattenservice.

Kleiner Geschichtsexkurs:

aus der Schweriner Volkszeitung, Lokalausgabe Parchim, vom 27. Juni 2002

Kirche steht für Werterhaltung
Rechtzeitig zum 650. Dorfgeburtstag erscheint eine ausführliche Chronik über Ruest

Ruest • Mit einem großen Festumzug begeht das Dorf Ruest am Wochenende den 650. Geburtstag. Das einst blühende Dorf am Rande Mestlins hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich, mit vielen Tiefen und Höhen.
Eine Urkunde vom 27. Februar 1352 belegt es genau: Der Vikar erhält zur Nutzung einen „Acker hinter dem Dorf Mustelyn neben dem Weg nach Ruyst gelegen.“ Mit Mustelyn war Mestlin gemeint und Ruyst heißt heute Ruest. Diese Ersterwähnung ist das Geburtsdatum.
Das Dorf Ruest wurde 1448 an das Kloster Dobbertin verkauft. Damals, so berichten es die Chronisten, wohnten hier neun Hüfner und drei Kätner. In der Vogtei Dobbertin war Ruest um 1500 bereits das viertgrößte Dorf nach Mestlin, Dobbertin und Dabel. Doch der Dreißigjährige Krieg mit den brandschatzenden schwedischen und kaiserlichen Truppen sowie der Pest minimierte erheblich die Bevölkerung. Fast 20 Jahre nach Kriegsende leben nur vier Bauern in Ruest. Bis Mitte des 18. Jahrhunderts erholte sich diese Zahl wieder auf über 100 Einwohner. Nachdem Mestlin im 19. Jahrhundert ein reines Gutsdorf wurde, hat sich Ruest zu einem großen Bauerndorf entwickelt. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden bereits knapp 450 Einwohner gezählt.
Auch die beiden Weltkriege hatten unter den Ruester Bürgern Opfer gefordert. Der anfängliche Wiederaufbau 1945 scheiterte aber an den neuen sozialistischen Verhältnissen. Nach und nach hatten viele Bauern resigniert und wanderten gen Westen ab. Der letzte Bauer verzog 1953. Von nun an hatte Mestlin, es wurde das sozialistische Musterdorf, die Nase vorn. Für Ruest hatte die Gemeinde kaum Geld oder andere Maßnahmen zum Erhalt des Dorfes übrig. Viele Gebäude sind seither verfallen, nicht nur an der Kirche nagte der Zahn der Zeit.

Seit der politischen Wende 1989/1990 ging es langsam wieder aufwärts. Einwohner und Behörden versuchen das Dorf zu erhalten. Da das einstige Altersheim,die frühere Schule, aufgelöst wurde, stand das Gebäude in Ruest leer. 1996 wurde an gleicher Stelle das „Wiesenhaus“ – eine Einrichtung des Diakoniewerkes des Klosters Dobbertin – eröffnet. Den Verfall und das Stoppen desselben zeigt besonders eindrucksvoll die Kirche. Sie war bereits als einsturzgefährdet eingestuft worden. Dass diese nicht weiter verfallen und letztlich abgerissen werden musste, das verdankt die Kirche der Messerschmitt-Stiftung, der evangelischen Landeskirche und dem Kultusministerium aus Bayern sowie dem Verein „Dorfkirchen in Not“. Unter Federführung dieser Einrichtungen haben viele freiwillige Helfer und Sponsoren 210.000 Mark aufgebracht und eine Notsicherung des Gebäudes von 1994 bis 1996 vorgenommen. So wurde neben der Dachsicherung das Eingangsportal restauriert und das Fachwerk des Turmes erneuert. Da eine Ausmauerung derzeit aus finanziellen Gründen nicht möglich ist, wurde zur Sicherung eine Verbretterung des Turmes vorgenommen. Weitere Sanierungsarbeiten sind auch in den kommenden Jahren dringend notwendig, damit die Kirche wieder einen Hauch ihres einstigen Glanzes erhält.
In den vergangenen Jahren entstanden auch neue Betriebe. Davon zeugen „Stenzel’s Landfleischerei“ in Ruest Krug oder auch die „Lorenz GbR“.
Eine ausführliche Chronik zu Ruest haben Dr. Dieter Garling in bewährter Zusammenarbeit mit den Mestliner Ortschronisten Andrea Matischewski und Günther Peters erarbeitet. Sie wird anlässlich der Festtage noch druckfrisch in Ruest angeboten werden. Aus dieser Chronik sowie der Internetpräsentation www.ruest-online.de sind einige Daten für diesen Artikel entnommen.

Michael-Günther Bölsche

Seit dem 29. Juni 2002 ist die Ruester Chronik erschienen. Das 120seitige Heft mit dem Titel 
"Ruest - Chronik eines mecklenburgischen Dorfes", herausgegeben von der Gemeinde Mestlin und zusammengestellt von Dieter Garling, in Zusammenarbeit mit Andrea Matischewski und Günter Peters, ist in der Gemeinde für 8,00 Euro erhältlich und kann online bestellt werden.

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Das Titelbild der Chronik


Tim Wandschneider (rechts) bei den Dreharbeiten in der Ruester Kirche anlässlich des Festgottesdienstes

650 Jahre Ruest
Ein etwa 43minütiges Video über das Jubiläumsfest, hergestellt von den Jugendlichen der Videogruppe des Parchimer Klubs am Südring

zur Bestellung
Preis je Video: 12,00 Euro

siehe auch:

Fotos von der 650-Jahrfeier des Ortsteiles Ruest
http://Ruest.Meckelborg.de

* "Wiesenhaus":
Das Wiesenhaus ist eine Einrichtung des Diakoniewerkes des Klosters Dobbertin. Dabei handelt es sich um ein Wohnheim für geistig behinderte Menschen. (zurück zum Seitenanfang)

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Copyright © M. - G. Bölsche, 19374 Mestlin  / letzte Aktualisierung: 18.05.2012